Prokrastination




Prokrastination ist das unwillentliche Aufschieben oder Vermeiden von Tätigkeiten, die man eigentlich tun möchte oder tun sollte. Ein „wichtiger Bestandteil“ von Prokrastination ist, dass man sich nicht willentlich gegen eine Tätigkeit entschieden hat, die man aufschiebt. Wer sich gegen eine Tätigkeit entscheidet und die Nebenwirkungen bedacht und akzeptiert hat, der setzt Prioritäten.

Prokrastination hat unterschiedlichste Ursachen: Einige Menschen erledigen Aufgaben nicht oder zu spät, weil sie Planungsdefizite haben und im entscheidenden Augenblick vergessen, dass sie die Aufgabe erledigen wollten. Andere habe Schwierigkeiten sich zu motivieren, ihnen gelingt es nicht, positive Stimmungen aufzubauen und Unlust auszuhalten. Ein weiterer Grund für Aufschiebeverhalten liegt in der Konfrontationsbereitschaft mit unangenehmen Tätigkeiten. Bereits die Erwartung, dass etwas langweilig oder unangenehm werden könnte, kann die tatsächlich erlebte Unlust oder Befürchtung noch steigern.






Häufig werden statt der langweiligen oder unangenehmen Dinge attraktivere Aktivitäten (Schwimmen gehen statt Steuererklärung) gemacht. Das führt dazu, dass die unangenehmen Dinge a) als unerledigt in unserem „Hinterkopf“ abgespeichert sind und immer wieder unangenehm ins Bewusstsein „vorstoßen“ und dass wir b) bei der Erledigung der Tätigkeiten „auf dem letzten Drücker“ Stress erleben. Das setzt einen Lernprozess in Gang, der unser Aufschiebeverhalten verstärkt: Wir machen die Erfahrung, dass die Aufgabe oder Tätigkeit unangenehm ist und werden beim nächsten Mal eher dazu tendieren, sie wieder aufzuschieben (häufig sogar gegen den Vorsatz, sie beim nächsten Mal sofort zu erledigen).

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