Depressionen




Häufig werden Depressionen unterschätzt oder gar verschwiegen. In unserer Gesellschaft zählen Werte wie Leistungsfähigkeit, Elan und Spaß - wer gibt da gerne zu, dass er sich antriebslos und niedergeschlagen fühlt und in vielen Dingen keinen Sinn mehr sieht? Depressionen werden häufig als harmloses Stimmungstief abgetan oder als vorübergehende Befindlichkeitsstörung interpretiert. Das ist fatal, da dieses Störungsbild durchaus eine ernstzunehmende Krankheit ist, die unbehandelt Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und durchaus sogar lebensbedrohlich sein kann.



Sich bedrückt, niedergeschlagen oder traurig zu fühlen ist ganz normal und passiert jedem hin und wieder. Manchmal geschehen unerfreuliche Dinge oder man fühlt sich phasenweise einfach nicht so gut in seiner Haut. Meistens sind diese Symptome aber von vorübergehender Natur und vergehen nach einigen Stunden oder Tagen wieder. Hält diese bedrückte Stimmung jedoch länger als zwei Wochen an, die traurigen Gedanken oder die Antriebslosigkeit verstärken sich, man hat das Gefühl, den Alltag nicht mehr bewältigen zu können, spricht man von einer Depression. Das Risiko, irgendwann während seines Lebens an einer Depression zu erkranken, wird auf fast 20 % geschätzt und ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. In jedem Jahr sind etwa 6-8 % der Durchschnittsbevölkerung betroffen. Die gute Nachricht ist, dass Depressionen behandelbar sind und die meisten Betroffenen ihre Lebensfreude und Energie zurückgewinnen.


Personen mit einer Depression leiden länger als zwei Wochen unter mehreren der folgenden Symptome:

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Genauso unterschiedlich wie die Menschen sind, unterscheiden sich auch depressive Störungen bei verschiedenen Personen. So variieren die Symptome in ihrer Stärke und Ausprägung zum Teil erheblich.


Es gibt verschiedene Faktoren, die zur Entstehung einer Depression beitragen können. Im Folgenden sollen einige Beispiele genannt werden. Die Auflistung ist jedoch nicht vollständig. Zudem müssen diese Faktoren nicht zwangsläufig zu einer Depression führen. Sie gelten lediglich als Risikofaktoren. Je mehr Risikofaktoren eine Person aufweist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie eine Depression entwickelt.

Biologische Faktoren:

  • erbliche Anlagen
  • Mangel an bestimmten Botenstoffen im Gehirn (Neurotransmitter)
  • körperliche Erkrankungen (z.B. Diabetes, Herz- und Gefäßkrankheiten)
  • Hormone
  • Medikamenteneinnahme
  • Alkohol- und Drogenkonsum

Soziale Faktoren:

  • Beziehungsprobleme
  • Verlust eines Angehörigen
  • Verlust des Arbeitsplatzes
  • schwierige Familienverhältnisse
  • Verlust von sozialen Kontakten nach einem Umzug
  • Auszug der eigenen Kinder aus dem Elternhaus

Psychische Faktoren und persönliche Eigenschaften:

  • mangelnde Fähigkeiten, Kummer und Enttäuschung zu verarbeiten
  • Schwierigkeiten beim Problemlösen
  • Negatives Denken
  • Nicht um Hilfe bitten können
  • geringes Selbstvertrauen
  • Perfektionismus und Versagensängste

In der Literatur können Sie weitere Informationen finden.