Problematische Internetnutzung

Das Internet ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig - Computer, Tablets, Smartphones, Smart-TVs und mehr eröffnen die Möglichkeit für einfache Kommunikation, Updates über soziale Netzwerke, Recherche und Informationssuche, Unterhaltung, Shopping, Dating, Musik, Pornografie, Glückspiel und Gaming. Das Internet weist ein scheinbar endloses Angebot an Nutzungsmöglichkeiten auf. Wir benutzen es also nicht nur zunehmend in unserer Freizeit, sondern auch zum Arbeiten – welcher Teil dieser Nutzung ist also problematisch?

Was ist problematische Internetnutzung?

Internetnutzung ist per se nicht als problematisch anzusehen, sondern beispielsweise in vielen beruflichen oder alltäglichen Situationen sehr nützlich und sogar erforderlich. Kommt es allerdings dazu, dass der Nutzer sich an den Computer oder das Smartphone gefesselt fühlt und die Beschäftigung damit nicht abbrechen kann oder unruhig wird, wenn er längere Zeit nicht online war, dann kann dies auf problematische Internetnutzung hindeuten. Besonders problematisch erscheint es, wenn andere Lebensbereiche wie soziale Kontakte, die Arbeit oder Verpflichtungen aufgrund der eigenen Internetnutzung direkt oder indirekt leiden.

Die Teufelskreise der Internetnutzung

  • I. Der psychische Teufelskreis: Das Bild, das man von sich selbst hat, kann unter häufiger Onlineaktivität leiden. Beispielsweise kann der Vergleich mit anderen dazu führen, dass man sein Reales-Ich als weniger wert empfindet, was wiederum Selbstzweifel und unangenehme Gefühle auslöst. Von diesen möchte man sich mithilfe des Internets ablenken, wodurch man sich bevorzugt mit seinem Online-Ich beschäftigt und schlussendlich bei Vergleichen mit anderen erneut schlechter abschneidet.
  • II. Der körperliche Teufelskreis: Die Nutzung des Internets löst eine Belohnung im Gehirn aus, die für angenehme Gefühle sorgt. Jedoch kann sich das Gehirn an intensive Internetnutzung gewöhnen, sodass man immer mehr Zeit im Internet verbringen muss, um angenehmen Gefühle auszulösen.
  • III. Der soziale Teufelskreis: Eine gesteigerte Internetnutzung kann die Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld online steigern, beispielsweise in Online-Rollenspielen. Dadurch können sich Probleme im sozialen Umfeld der realen Welt ergeben, die zu Streitigkeiten und Stress führen. Zur Flucht vor diesen steigert sich die Internetnutzung, wodurch die Probleme letztendlich wiederum gravierender werden.

Der Weg zur kontrollierten Internetnutzung

Das Ziel des Online-Programms, welches auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen Grundsätzen basiert, ist es nicht, die Internetnutzung komplett einzustellen, sondern vielmehr wieder Kontrolle über die eigene Nutzung zu erlangen. Dies kann durch das Stärken der eigenen Selbststeuerung gelingen. Eine bessere Selbststeuerung bedeutet, dass man Absichten in zielgerichtetes Handeln umzusetzen kann und es schafft, kurzfristige Wünsche hinter langfristigen Vorteilen zurückzustellen. Außerdem sollen stimmungsförderliche Offline-Aktivitäten und das Wissen über die eigenen Ressourcen sowie die persönlichen Teufelskreise dabei helfen, diese zu durchbrechen.