Stress



Stress ist ein umgangssprachlich sehr geläufiger Begriff und erscheint allgegenwärtig- Stress im Beruf, in der Schule und im Studium, Freizeit-, Beziehungs- oder Weihnachtstress. Viele verbinden mit Stress etwas Negatives und bezeichnen damit einen Zustand, dem sie hilflos ausgesetzt sind.
Aber was genau ist Stress eigentlich?

Was ist Stress?

Im Allgemeinen wird Stress als physiologische oder psychologische Reaktion einer Person auf eine Anforderung definiert und ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf z.B. Anspannung, Druck oder Veränderung. Evolutionsbiologisch ist Stress als eine sinnvolle Alarmreaktion auf Gefahr zu werten, die den Körper bei drohender Gefahr mobilisiert und dazu befähigt, angemessen zu reagieren.
Hans Selye, der „Vater der Stressforschung“ unterscheidet zwei Arten von Stress: Eustress (positiver Stress) und Distress (negativer Stress). Eustress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit und hat auch bei häufigem und langfristigem Auftreten eine positive Wirkung auf die Psyche und den Körper. Distress dagegen ist eine stark erhöhte Anspannung des Körpers und führt auf Dauer zu einer Abnahme der Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit.

Die körperliche und psychische Reaktion eines Organismus auf Stress verläuft im Wesentlichen in drei Phasen:


  1. Alarmphase und Mobilisierung: Ausschüttung von Nor-/Adrenalin, körpereigene Ressourcen werden aktiviert, erhöhte emotionale Erregung, Anspannung, Sensibilität
  2. Widerstandsphase: Stressreaktion ist auf maximalem Niveau und dauerhaft aktiviert, Überlastungssymptome, alle Ressourcen sind mit der Bewältigung eines Stressors beschäftigt
  3. Erschöpfung: körperliche Ressourcen sind aufgebraucht, keine weitere Anpassung mehr möglich

Welche Auswirkungen hat Stress auf den Organismus?

Körperliche Symptome: beschleunigte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, Schwitzen, gesteigerte Atmung, erhöhter Blutzuckerspiegel u.a.

Subjektive Symptome: Müdigkeit, Verspannungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Ungeduld, Gereiztheit (aggressives Verhalten) u.a.

Auf Verhaltensebene: erhöhter Konsum von Speisen, Alkohol, Tabak, Appetitlosigkeit, erhöhte Unfallgefahr, Unruhe u.a.

Stressbewältigung

Das Ziel von Stressbewältigungsprogrammen ist es, das aktuelle Stresserleben zu reduzieren und vor zukünftigem Stress zu schützen. Die meisten Programme basieren auf dem transaktionalen Stressmodell nach Lazarus und Folkman (1984). Dabei wird Stress definiert als das Ergebnis einer individuellen Bewertung („Ist das Ereignis für mich persönlich bedeutsam?“) und den persönlichen Bewältigungsressourcen („Verfüge ich über ausreichende Möglichkeiten mit der Situation umgehen?“) definiert. Bei der Bewältigung wird zwischen problem- und emotionsfokussierter Stressbewältigung unterschieden. Problemfokussierte Stressbewältigung ist auf den aktiven Versuch ausgerichtet, die Situation oder die daraus resultierenden Konsequenzen zu verändern. Emotionsfokussierte Stressbewältigung zielt auf den Umgang mit den negativen Emotionen ab, die durch stressreiche Situation entstehen.


In der Literatur können Sie weitere Informationen finden.