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Hilfe im Notfall

Hilfe im Notfall

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden und lebensmüde Gedanken haben, die kaum zu kontrollieren sind, nutzen Sie bitte den Notruf 112 für Hilfe. mehr lesen

Ein offenes Ohr in Lebenskrisen finden Sie rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge, kostenfrei und anonym:
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
www.telefonseelsorge.de

Auch wenn Sie sich nicht in einer akuten Krise befinden, aber unter psychischen Beschwerden leiden, verfügt das Gesundheitssystem über verschiedene Versorgungsangebote, die Sie in Anspruch nehmen können:

1. Schritt: Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt

Stellen Sie fest, dass Sie unter psychischen Beschwerden leiden und Hilfe benötigen, ist der Kontakt zum Hausarzt empfehlenswert.

Aktuell sollte der Kontakt zunächst telefonisch erfolgen.

Der Hausarzt kann eine erste Einschätzung Ihrer Beschwerden vornehmen und abklären, ob körperliche Faktoren eine Rolle spielen. Gemeinsam können Sie überlegen, was die nächsten Schritte für Sie sein können, z.B. ob Sie einen Facharzt oder einen ambulanten Psychotherapeuten aufsuchen sollten.

Wenn es Ihnen bei der Versorgung durch den Hausarzt nach 6 bis 8 Wochen noch nicht besser geht, sollten Sie einen Fachspezialisten oder einen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten aufsuchen.

2. Die ambulante psychotherapeutische und psychiatrische Versorgung

Die Untersuchung und Behandlung von länger andauernden psychischen Beschwerden wie chronischer Stress, Depressionen oder Erschöpfungszuständen kann von Fachärzten sowie ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt werden.

Im folgenden Absatz können Sie nachlesen, wer an der ambulanten Versorgung von Menschen mit depressiven und anderen psychischen Beschwerden beteiligt ist.

Psychologischer Psychotherapeut

Studierter Psychologe mit Diplom- oder Masterabschluss und Berufszulassung (Approbation) als Psychotherapeut, der nach dem Studium mindestens eine dreijährige Vollzeitausbildung oder eine fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung zum Psychotherapeuten absolviert und eine staatliche Prüfung abgelegt hat. In einer Therapie bei einem psychologischen Psychotherapeuten führen Sie mit dem Therapeuten regelmäßig Gespräche, in denen Sie lernen, sich selbst und Ihre Beschwerden besser zu verstehen. Sie besprechen, was hinter Ihren Symptomen steckt, wie Sie mit diesen umgehen und was Sie tun können, damit es Ihnen wieder besser geht.

Ärztlicher Psychotherapeut

Studierter Mediziner mit Berufszulassung (Approbation) als Arzt, der nach dem Studium eine Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatik oder zum ärztlichen Psychotherapeuten gemacht hat. Die Behandlung ist identisch mit der eines psychologischen Psychotherapeuten, jedoch haben ärztliche Psychotherapeuten zusätzlich die Erlaubnis, Medikamente zu verschreiben.

Neben der Unterscheidung in psychologische und ärztliche Psychotherapeuten kann auch nach sogenannten „Psychotherapieverfahren“ unterschieden werden. Vom Verfahren, das ein Therapeut anbietet, ist abhängig, worauf er in einer Behandlung besonders viel Wert legt, wie er sich das Entstehen psychischer Erkrankungen erklärt und wie die Behandlung konkret aussieht. mehr lesen

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Studierter Mediziner mit Berufszulassung (Approbation) als Arzt, der nach dem Studium eine fünfjährige Weiterbildung in Psychiatrie (4 Jahre) und Neurologie (1 Jahr) gemacht und eine Facharztprüfung abgelegt hat. Die Psychotherapie ist Bestandteil der Weiterbildung. Meist bieten Fachärzte für Psychotherapie eine medikamentöse Behandlung psychischer Erkrankungen an. Ob, wie beim psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten, auch Gespräche angeboten werden, muss individuell erfragt werden.

Weitere Ärzte, die an der Versorgung psychisch erkrankter Menschen teilhaben

Neben den genannten, für die Versorgung psychischer Beschwerden besonders relevanten Fachärzte, gibt es noch weitere Ärzte, die bei psychischen Beschwerden konsultiert werden können. mehr lesen

 

Wie finde ich einen Psychotherapieplatz?

Es kann schwierig sein, den „richtigen“ Psychotherapeuten zu finden. Zum einen ist es häufig schwer, überhaupt jemanden zu finden, der einen Termin frei hat. Zum anderen müssen Sie und der Psychotherapeut auch zueinander passen, damit die Therapie erfolgreich verläuft. Wichtig ist, dass Sie sich von anfänglichen Fehlschlägen nicht entmutigen lassen.
Hier können Sie Unterstützung bei der Suche erhalten:

Bevor Sie eine Psychotherapie beginnen, findet eine sogenannte „psychotherapeutische Sprechstunde“ statt, in der der Psychotherapeut eine Einschätzung Ihrer Beschwerden vornimmt und eine Empfehlung ausspricht, welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist. Sollten Sie also nicht sicher sein, ob Sie eine Psychotherapie benötigen, können Sie eine solche Sprechstunde aufsuchen und sich beraten lassen. Um einen Termin für eine Sprechstunde zu erhalten, können Sie einen Psychotherapeuten direkt anrufen und nach einem Termin fragen. Alternativ können Sie die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung anrufen. Diese vermittelt Ihnen einen (max. 4 Wochen später stattfindenden) Termin für eine Sprechstunde. Im Anschluss an die Sprechstunde können Sie erneut die Unterstützung der Terminservicestelle in Anspruch nehmen, die Ihnen bei entsprechender Empfehlung einen Psychotherapieplatz vermitteln kann.

Was tun, wenn der Therapeut nicht zu mir passt? mehr lesen

3. Die Stationäre Versorgung

In einigen Fällen kann ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik besser geeignet sein, die psychischen Beschwerden zu lindern:

  • Wenn Sie an einer sehr schweren Erkrankung leiden, für die eine ambulante Behandlung nicht ausreichend ist
  • Wenn Sie aufgrund Ihrer Beschwerden den Alltag bzw. das Leben im häuslichen Umfeld nicht mehr bewältigen können
  • Wenn akute Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt

Es gibt besondere Fachkrankenhäuser für psychische Erkrankungen und Fachabteilungen in Allgemeinkrankenhäusern für Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Außerdem haben viele Krankenhäuser so genannte Ambulanzen oder Polikliniken, in denen sie Patienten behandeln, die nicht stationär aufgenommen werden. Daneben gibt es „teilstationäre“ Angebote in Tageskliniken, bei denen Patienten zuhause übernachten, den Alltag jedoch in der Klinik verbringen und dort eine Vielfalt von Therapieangeboten nutzen.

4. Welche anderen Unterstützungsangebote gibt es?

Selbsthilfegruppen

Rat und Unterstützung beim Umgang mit einer Erkrankung zu erhalten ist immer von Vorteil wenn es darum geht, eine akute Erkrankung zu bewältigen oder mit einer chronischen Erkrankung leben zu lernen. Eine wichtige Rolle spielen hier Selbsthilfegruppen. Neben Informationen zur Krankheitsbewältigung haben Sie hier die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und zu erfahren, dass Sie mit Ihrer Erkrankung keineswegs allein sind. Menschen, die psychische Erkrankungen bewältigt haben, berichten im Nachhinein häufig, dass der Austausch mit anderen Betroffenen und das Gefühl, nicht allein zu sein, einer der wichtigsten Faktoren auf dem Weg zur Besserung waren.

Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe finden Sie am besten über die örtlichen Selbsthilfekontaktstellen, die es überall in Deutschland gibt. Deren Adresse erhalten Sie bei NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen). Seit einigen Jahren gibt es für viele Beschwerdebereiche auch Selbsthilfe-Internetforen (ebenfalls bei NAKOS zu finden). Diese bieten die Möglichkeit, von zu Hause aus und wenn gewünscht zunächst einmal anonym in Austausch mit anderen Betroffenen zu treten.

Beratungsstellen

Auch Beratungsstellen können in psychischen Belastungssituationen eine gute Anlaufstelle sein. Gerade, wenn wir Probleme in einem bestimmten Lebensbereich haben oder uns belastet fühlen, ohne, dass eine krankheitswertige psychische Störung vorliegt, sind diese geeignet.

In Deutschland gibt es Beratungsangebote zu vielen verschiedenen Themen- und Lebensbereichen wie Drogen- und Suchtberatung, Ehe-, Partnerschafts- und Familienberatung, Beratung bei häuslicher Gewalt und vielem mehr. Hinter vielen Beratungsstellen stehen kirchliche Organisationen, jedoch sind die Beratungsangebote explizit für Menschen aller Glaubensrichtung gedacht. Termine sind meist kostengünstig und zeitnah zu bekommen.